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souziehaas

Souziehaas (*1950, Regensburg) lebt seit 1999 in Berlin. Ihre Ausbildung als Dekorateurin führte sie schnell auf eigene kreative Wege. 1994 nahm sie an den ersten Modetagen in Kroatien nach dem Jugoslawienkrieg teil, wo sie mit ihrem damaligen Label Trashy Couture Deutschland vertrat. Heute arbeitet sie interdisziplinär als freischaffende Künstlerin und Stylistin in Berlin.fotos: max merz

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Genießen und lernen

Souziehaas begreift absolute Freiheit - als Freiheit von normativen Vorgaben, festen Zeitabläufen, starren Organisationsprinzipien usw. - als unerlässliche Voraussetzung von Kreativität. Nach ihrem Verständnis ist jeder Mensch ein Künstler, hat jeder Mensch kreative Potentiale, die lediglich aktiviert, freigesetzt werden müssen. Ihre Wohnung in der Torstraße 166 verwandelt sie mit ihrem Team in einen „Eskalationsraum", in den sie Kinder einlädt, um mit ihnen schöpferische Prozesse in Gang zu setzen. Dabei ist es der Künstlerin wichtig, dass sie den Kindern lediglich Möglichkeiten, Richtungen der kreativen Aneignung der Räume aufzeigt, ihnen Angebote macht, die sie annehmen oder ablehnen, im Prozess verändern und neu bestimmen können. Sie versteht sich als „Geburtshelferin" der Kreativität der Kinder, nicht als ihre „Verwalterin" oder gar „Aufseherin". Sie will nicht „kontrollieren" oder „anleiten", sondern allenfalls anregen. Die Wohnung soll eine „Insel der Kreativität" sein, auf der sich die gestalterischen Impulse der Kinder frei entfalten, austoben können, wobei alles in den kreativen Prozess und die aus ihm hervorgehenden collagierten Installationen - phantastische, surreale skulpturale Fabelwesen - eingehen kann und soll. Die „Kinderinsel" soll lediglich die kreativen Potentiale aktivieren, die nach Meinung der Künstlerin ohnedies in allen Kindern angelegt sind, aber vielfach unbeachtet bleiben, mehr oder weniger zurückgedrängt werden: „Mal nicht auf den Tisch!" „Schmier nicht rum!" „Wie siehst du denn aus?!" Im herkömmlichen schulischen Lehren und Lernen, aber auch in familiären und sonstigen Alltagssituationen sieht Souziehaas eben solche Verhinderungsmechanismen am Werk. Im Unterschied dazu wollen sie und ihr Team solche die Kreativität der Kinder abschnürenden starren Verhaltensregeln, festen Abläufe und starren Strukturen aufbrechen: Die Kinder sollen Vorstellungen, Einfälle entwickeln, sie ungehindert umsetzen können - und so auf der „Kinderinsel" für die Stunden ihres Aufenthalts buchstäblich in der eigenen Vorstellungswelt leben.

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