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Plastique Fantastique
Sound & Experience Design

1999 gründeten der Architekt Marco Canevacci und der Bildhauer Markus Wüste das Künstlerduo Plastique Fantastique. Mit ein paar Freunden hatte Canevacci nach seinem Studium eine Fläche von 2000 m² in Ostberlin gemietet, mit maroden Gebäuden und ohne Infrastruktur. In dem an der Schillingbrücke enstandenen Deli-Club suchten er und sein Team das Heizproblem zu lösen, indem beheizte Zonen abgeteilt wurden: Plastikblasen gefüllt mit warmer Luft. Die übrige Fläche blieb kalt und wurde als Bar und Tanzfläche genutzt, umrahmt von Projektionen auf Wände und Plastikkugeln. Ihre pneumatischen Räume aus Plastik beleben Strassen und Gebäude in Berlin, Barcelona, München, Zürich, Turin, Mailand etc. Für Space Invaders arbeiten sie mit dem italienische Klangdesigner Lorenzo Brusci zusammen, das Netzwerk sound and experience design ins Leben gerufen hat, das sich mit der Idee, Konzeption und dem Re-Design von menschlichem Lebensraum durch Interaktion mit der Umwelt auseinandersetzt.fotos: max merz

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Luft-Angriff

Die Berliner Künstlergruppe Plastique Fantastique in Kollaboration mit Lorenzo Brusci und seinem Netzwerk sound and experience design kreieren in ihrer Wohnung und im Innenhof der Torstraße 166 Kunst(stoff)blasen. Dieser Vorgang wird von Klängen von sound and experience design begleitet. Die irritierenden und irisierenden Objekte sind begehbar, pulsieren im Rhythmus der Luftströme, scheinen zu leben, zu wachsen, heben und senken sich. Die Blasen entwickeln ein Eigenleben, das die Besucher einer Vielzahl ungewohnter optischer, akustischer und haptischer Reize aussetzt. Die durch die Installation entstehenden, pneumatischen (Extra-)Räume wirken als Emotionskatalysatoren: Sie setzen die Besucher neuartigen Raumerfahrungen und -empfindungen aus, indem sie statische Strukturen auflösen, sie dynamisieren und durch Überlagerungen und Verschiebungen verfremden. Eine ursprüngliche Form ist nicht mehr erkennbar, weil das Wesen dieser Räume in ihrer Beweglichkeit, in der Abschaffung fester Konturen besteht. Die Form, die Farbe und die Lichtdurchlässigkeit der Objekthülle variieren unablässig, sind beständigen Mutationen ausgesetzt, die die Besucher sequenzartig von einem temporären Raum in den nächsten tragen und in eine Art Wachtraum versetzen. Der Titel der Installation - „Space Invaders" - spielt auf ein Shoot-them-up-Spiel der ersten Generation an.

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