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Manfred
Reuter

Manfred Reuter (*1966, Cottbus) verfolgt in seiner künstlerischen Arbeit konzeptuelle Langzeitprojekte, in denen Leben und Werk sich überlagern und die von seiner jeweiligen Lebenssituation inspiriert sind. Nach Tätigkeiten als Maurer, Briefträger, Anstreicher und Nachtportier absolvierte er 1997 die HdK mit einem Meisterschülerpreis. Er lebt und arbeitet in Berlin.fotos: max merz

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Kugelsicher?

In seiner Installation für das Haus der Vorstellung trägt Manfred Reuter seinen persönlichen Besitz auf engstem Raum zusammen. In Analogie zur „Zeitkapsel", die 1970 anlässlich der Weltausstellung in Osaka mit mehr als 2000 Gegenständen des japanischen Alltagslebens als „Informationsquelle" für nachkommende Generationen vergraben worden ist, kreiert Reuter derart eine „private Zeitkapsel", über deren Inhalt der Künstler im kleineren Raum fotographisch Auskunft gibt. Die zusammengetragenen Gegenstände sollen zusammen mit Reuters Körpergewicht ein Gesamtgewicht von genau 288 Kilogramm erreichen, was dem Körpergewicht des ehemaligen Sumo-Ozeki Konishiki (einem der schwersten Ringer des kommerziellen Sumosports) entspricht, der in Reuters Installation durch die von ihm folgerichtig „Konishiki" genannte rote Kugel symbolisiert wird.
Reuter beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit dem Geschehen im Sumosport einerseits, mit den Diskussionen zum Thema Anorexie / Magersucht andererseits. „Den Besitz an Dingen stelle ich mir als Erweiterung und Entsprechung des eigenen Körpers vor", stellte Reuter in seinem Projektkonzept fest. Er fragt sich, wie sehr diese - entweder natürliche (Körperfett) oder künstliche (materieller Besitz) - Erweiterung ausgedehnt werden müsse, damit ein Gefühl von Sicherheit des eigenen Körpers und im eigenen Körper sich einstellt.

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